Nach rechts, nach links, lag das rechte Ohr auf dem Kissen, lag das linke frei und der weckerartige Tinitus in meinem Traum wollte nicht aufhoeren. Verschreckt oeffnete ich die Augen, krabbelte zum Wecker, las 8:26 und das Piepen kam definitiv nicht von ihm. Ich liess mich zurueckfallen, schloss in guter Hoffnung die Augen, rollte mich zur Wand, wollte die Decke ueber den Kopf ziehen, keine errreichbare Taetigkeit, wenn die Decke doch eigentlich ein Schlafsack ist. Ignorieren war voelligunmoeglich, der monochrome Rhythmus, laut und unertraeglich, ploetzlich dann eine Pause, Hoffnung, dass die Leiche erwacht sein koennte...der Gedanke, Funken Freude zu frueh getroffen, es ging weiter, im gleichen Takt. Pieppiep--pieppieppiep--pieppiep...Ich werfe mich herum, sehe Rauna, schliesse wieder die Augen, in meiner Hand eine Axt und vor mir ein unueberwindlicher, staehlernder Wecker, nichts zu machen. Es wird nicht lauter, nur laenger und laenger, andere sind aufgestanden, haemmern gegen die Tuer, nichts passiert. 15Minuten der nerv- und schlaftoetenden Soundkulisse und der Wecker verstummt, sogar fuer den ganzen Morgen. So weckt man erfolgreich ein ganzes Haus.
Und die Traegheit des Tages zeichnet sich schon beim Aufstehen ab. Erstmal das falsche Bein benutzt und zum Fruehstueck gestolpert. Der Gaumenschmaus gelang vorzueglich, nur die guten Ohren wurden wieder strapaziert. Freunde der englischen Sprache waren der Meinung, nicht nur sie muessten sich hoeren, sondern am besten gleich das ganze Cafe. Unentspannt, aber trotzdem tiefenentspannt wie immer (dieses ganze konfuse miteinander einbrechende Gefuehl des Nichts kann man nicht erklaeren) peilten wir BurgerKing an. Kaffee, ruhiges sitzen, neunziger Diskohitsbeschallung, guten Morgen.
Doch Aufwachen wollte sich bei uns immer noch nicht einstellen, die Tagesplaene verworfen, traeumten wir von Melaka, der Kueche, der Glotze, dem Kaffee, der Susu (Milch) und unserem Wahlbruder Wan mit seinem Gequatsche, ein Gefuehl von Zuhause.
Weitere totgequatsche Stunden spaeter gingen wir zum Geldautomaten, schliesslich war das Portemonaie leer, sowie der Magen. Und tatsaechlich war nicht nur nur kein Geld in der Potte, wo war nur die Kreditkarte?
Gute Frage, eigentlich naechste Frage, aber es handelt sich hierbei um meine Ueberlebensquelle, also doch Thema. So naja, spazierten, schleppten wir uns in unsere Absteige und stellten den Haufen erstmal auf den Kopf, aber kein blaues Kaertchen, kein Visa-Zeichen kam uns unter die Augen. Nochmal im Portemonaie, nochmal hier und da nachgesehe und nichts. Leere, Leere, Leere.
Damit war auch unser Tagesplan vom nichts tun, zum Problem geworden. Fuenf Minuten musste ich mich dann erstmal ueber mich selbst aergern, dann tief durchatmen, ueberlegen, was jetzt ohne Karte, ach was, Karten, die andere hab ich ja auch schon erfolgreich gesperrt. Ich waere nicht drauf gekommen, aber dafuer hab ich ja Rauna mitgenommen. Wir sollten erstmal zur Polizei gehen. Guter Plan, endlich haben auch wir mal einen Grund zu den...naja in ihren engen, anzueglichen Uniformen schick aussehenden Polizisten zu gehen.
"Wie beschreibt man denn am besten die Polizisten?" Rauna:"Du kannst ja am Knackarsch anfangen!"
In der Policestation empfing uns also kein fetter, kleiner, rollender Sack in gruen, dessen Uniform in der Arschritze klemmt, weil die Hose am Fettbauch spannt, der die wenigen grauen Straehnen ueber die Platte kaemmt, vor Schweiss stinkt und uns durch seine Hornbrille anstirrt, vielleicht noch schlechten Kaffee anbietet. Es empfing und ein Jungspunt. Muskeln, nicht uebertrieben, eher passend, zeichneten sich unter sinem dunkelblauen mit Abzeichen geschmueckten Ganzkoerperanzug ab.
Auch wenn die Verstaendigung schwer fiel, der Kern des Problems nie erfasst wurde, so wussten wir doch bald das Wichtigste: Bis wann er Schicht hat, wann die Schicht morgen anfaengt, wo unser neuer Freund aufgewachsen ist und das Angebot von Thai- und Khmer (in Kambodscha Landessprache) -Privatunterricht. Dsas thailaendische Polizisten extrem flirtaktiv sind ist uns auch schon vorher nicht entgangen, aber an alle Maedels: Sie sind hilfreicher bei Herzeleid, als bei allen anderen Problemchen. Nachdem wir uns endlich doch dem Charme unseres Helfers entziehen konnten, standen wir wieder auf der Strasse, blinzelten in die Sonne und hielten einen Wisch mit durchgestrichener Unterschrift in der Hand. Und was nu?
S. & R.
Witz des Tages: "F8, war das nicht der Gipfel?"
Sonntag, 25. November 2007
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2 Kommentare:
hihihi, irgendwie scheint das am Beruf des Polizistens in anderen Ländern zu liegen. In Neuseeland bin ich auch gegelmäßig nach hinten umgekippt, wenn mir mal einer über den Weg lief. Die suchen die nach good-look aus, ich garantiere ;).
die käschii
und wat war/is nun mit dem kärtchen??
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